Interview in der ZEIT

Published on

Reading Time

10 mins

»FUR MEINEN GROSSVATER WAR KRIEG ETWAS GROSSARTIGES«

Martin Moszkowicz arbeitet als einer der einflussreichsten deutschen Filmproduzenten mit internationalen Stars. Auch seine eigene Familiengeschichte wäre Kinostoff. Wie lebt man als Sohn eines Auschwitz-Überlebenden - und Enkel eines Naziverbrechers?


Von JANA SIMON und ANNABEL WAHBA

HERR MOSZKOWICZ, fast die gesamte Familie Ihres Vaters wurde von den Nazis ermordet. Wenige Jahre später heiratet er Ihre Mutter, die Tochter eines Naziverbrechers. Sagen Sie uns bitte, wie funktioniert so eine Beziehung?

Erst einmal war es eine große Liebe. Es war meinem Vater von Anfang an klar, dass meine Mutter Renate aus dieser Familie kam, dass ihr Vater Armin Dadieu SS-Offizier in Österreich und stellvertretender Gauleiter in der Steiermark war. Als der Krieg zu Ende ging, ist er erst mal untergetaucht, hat sich irgendwo in den Alpen versteckt und ist dann im Prinzip über das, was später die »Rattenlinie« genannt wurde, von Genua mit dem Schiff als gesuchter Kriegsverbrecher nach Buenos Aires geflohen. Meine Mutter, die damals 17 oder 18 Jahre alt war, und meine Großmutter sind ihm etwas später gefolgt.

In Argentinien lernten sich Ihre Eltern kennen. Was machte Ihr Vater Imo dort?

Mein Vater wusste, dass sein Vater vor dem Krieg dorthin ausgewandert war, nach dem Krieg hat er ihn gesucht. Die ganze Familie hätte 1938 eigentlich nachkommen sollen, mithilfe einer Organisation, die es Juden ermöglichte, zu emigrieren. Sie hatten schon die Fahrkarten für das Schiff und wollten nach Bremen fahren. Doch zwei Tage vor der Abfahrt war die Reichspogromnacht, sie wurden in ein Arbeitslager in Essen deportiert und später nach Auschwitz. Alle sechs Geschwister und die Mutter sind dort umgebracht worden. Mein Vater hat es also erst nach dem Krieg nach Argentinien geschafft. In Buenos Aires lebten nach dem Krieg deutsche Nazis und Juden nahe beieinander, nur eben in zwei unterschiedlichen Welten.

Martin Moszkowicz hat den China Club am Brandenburger Tor als Interviewort gewählt. Er trägt ein weißes Hemd mit aufgesticktem Monogramm, auf der Straße würden ihn die meisten vermutlich nicht erkennen, doch die Filme, die er produziert hat, kennen fast alle: Allein die drei Teile der Komödie Fack ju Göhte haben mehr als 20 Millionen Menschen im Kino gesehen. Als jahrelanger Vorstandsvorsitzender der Constantin Film und nun als selbstständiger Produzent ist er eine der wichtigsten Figuren in der deutschen Filmbranche. Seine Frau ist die Regisseurin und Autorin Doris Dörrie.

Wir wollen mit ihm nicht nur über seine Arbeit reden, sondern auch über seine ungewöhnliche Familie, anhand derer man Jahrzehnte deutscher Kultur und Geschichte erzählen kann. Über seinen jüdischen Vater, den Regisseur Imo Moszkowiez. Und über Armin Dadieu, seinen Großvater mütterlicherseits, einen hochrangigen Nazifunktionär.

Wie haben sich Ihre Eltern in Argentinien getroffen?

Es gab zwei Zeitungen. Eine war die Zeitung der Nazis und die andere die der jüdischen Emigranten. Beide deutschsprachig. Und eine von diesen beiden Zeitungen hat eine Veranstaltung gemacht, und es sind viele Emigranten gekommen, die Nazis und die Juden. Da war mein Vater als Teil einer reisenden Theatergruppe und meine Mutter als Tochter von Armin Dadieu. Meine Mutter war damals schon verheiratet mit einem Österreicher, hat sich dann aber Hals über Kopf in meinen Vater verliebt und sich scheiden lassen. Was glauben Sie, warum die beiden sich ineinander verliebt haben, trotz ihrer extrem gegensätzlichen Lebensgeschichten?

Das kann ich nicht sagen. Aber meine Mutter und mein Vater haben über all diese Dinge immer sehr offen geredet. Meine Mutter hat sich sehr früh schon, als Teenager, mit ihrem Vater grauenhaft gestritten und harte völlig andere politische Ansichten. Das völkische Gedankengut oder auch zum Beispiel den Bund Deutscher Mädel oder andere Organisationen der NSDAP — das hat sie alles abgelehnt. Sie war ein ziemlicher Freigeist, Und sie hat über meinen Vater gesagt, er sei der schönste Mensch, den sie je gesehen habe. Er war auch wirklich ein sehr gut aussehender junger Mann. Aber sie wussten beide, dass diese Beziehung problematisch werden könnte. Mein Großvater mütterlicherseits war gegen diese Ehe. Er war, so habe ich das wahrgenommen, auch nach dem Krieg überzeugter Nationalsozialist und dachte, meiner Mutter könnten Nachteile entstehen, wenn sie einen Juden heiratet. Manche in der Familie meinen, er sei kein Antisemit gewesen. Aber ich würde behaupten, dass er das war: Ich glaube, man kann nicht Nazi sein und kein Antisemit. Meine Mutter bot meinem Vater an, den Kontakt zu ihrer Familie abzubrechen. Aber mein Vater hat damals gesagt: »Nein, das ist Teil deiner Geschichte.« Sie und Ihre Familie haben nicht nur die deutsche Kultur mitgeprägt, sondern vereinen in sich auch die Extreme der deutschen Geschichte wie kaum eine andere. Wie wächst man damit auf?

Das klingt vielleicht seltsam, aber wenn das Teil des Lebens ist, dann findet man das als Kind gar nicht so unglaublich besonders. Also, meine Schwester und ich wussten, dass der Großvater ein Nazi war. Das weiß ich, seitdem ich denken kann. Bei uns wurde ganz selbstverständlich darüber geredet, es gab keine Tabus. Und die Geschichte meines Vaters war ja auch für uns kleine Kinder offensichtlich. Er hatte eine riesige Nummer auf den Arm tätowiert, die Auschwitz-Nummer, und ich habe natürlich als Kind gefragt: Woher kommt das? Was ist da passiert? Und er hat das offen erzählt. Ich wusste, dass das eine außergewöhnliche Überlebensgeschichte ist, aber die Bedeutung war mir nicht klar. Mein Vater war sehr gut im Brückenbauen. Wie er mit seiner Vergangenheit umging und mit seinem Leben in Deutschland, da war er sicherlich ein großer Versöhner. Auch dass er am Düsseldorfer Schauspielhaus Regieassistent von Gustaf Gründgens war, dieser extrem polarisierenden Figur, gehört da mit rein. Er assistierte also dem Mann, der als Schauspieler und Regisseur im Nationalsozialismus Karriere gemacht hatte und sie direkt nach dem Krieg fortsetzte.

Mein Vater hat bis zu einem gewissen Grad versucht, sich wieder zu integrieren. Weil die deutsche Sprache und Kultur sein Beruf und seine Leidenschaft waren. Er war Regisseur und Schauspieler, hat über 100 Stücke an vielen großen deutschen Bühnen inszeniert und mehr als 200 Fernsehfilme und Serien gedreht, Bei uns zu Hause waren immer Schauspieler und Künstler zu Besuch. Ich erzähle gerne, dass eigentlich immer irgendeiner auf einem Stuhl stand und Goethes Torquato Tasso rezitiert hat.

Sie waren bis letztes Jahr Chef der großen deutschen Filmproduktionsfirma Constantin, nun arbeiten Sie dort weiter als Produzent. Wie prägt Ihre Herkunft Ihre Arbeit und die Filme, die Sie machen?

Ich weiß nicht, ob man da so eine direkte Verbindung herstellen kann. Filme sind ja lebende Organismen, sie verändern sich ständig. Und warum ein Film dann realisiert wird oder nicht, das hat viele Gründe, die nicht unbedingt damit zu tun haben, was ich gerne will. Insofern ist nicht jeder Film, den ich mache, ein Film, den ich hundertprozentig unterschreibe. Es gibt viele, die ein bisschen gelungen sind, einige sind supergelungen und einige gar nicht. Ich habe an einigen Hundert Filmen mitgewirkt, in den meisten Fällen war ich als Chef der Constantin Film Executive Producer, das ist nicht der ausführende Produzent, sondern der Manager, der im Hintergrund steht. Jetzt bin ich wieder Produzent und kümmere mich um jeden Aspekt der Produktion, kreativ, administrativ, organisatorisch und finanziell. Ich bin ein bisschen wie der Coach, der das Filmteam zusammenhäilt.

Sie sitzen an der Schnittstelle zwischen Geld und Kunst, Sie sind also auch ein Vermittler. Haben Sie das durch Ihre Familie gelernt?

Ja, das liegt mir. Ich glaube, dass ich gut Menschen zusammenbringen kann und dass ich auch eine ganz gute Antenne dafür habe, wenn es irgendwo hakt. Wenn ich an einen Drehort gehe mit einer 200-köpfigen Crew, sehe ich relativ schnell, wo da die Probleme sind, nicht nur im kreativen Bereich, sondern auch im praktischen.

Momentan ist die US-Serie »The Studio« sehr erfolgreich. Darin geht es um den Chef eines Hollywood-Filmstudios, der eigentlich große Kunst machen will, dann aber seelenlosen Kommerz produzieren muss und daran verzweifelt. Kennen Sie das auch aus Ihrer Arbeit?

Ja, natürlich. Schauen Sie, meine Arbeit besteht darin, Filme zu machen, die eine klare kommerzielle Ausrichtung haben. Und das sind nicht unbedingt immer die besten Filme. Ich finde, das ist aber überhaupt nicht schlimm, In Deutschland wird gern getrennt zwischen Arthouse und Mainstream, und das Letztere wird hier fast als Schimpfwort benutzt. Ich kann damit nichts anfangen. Ich schaue mir jede Art von Film gerne an, Und es gibt keine Filme, für die ich mich schäme, Die Constantin ist eine Firma, die deshalb so erfolgreich ist, weil sie Blockbuster macht. Beim diesjährigen Deutschen Filmpreis hat »September 5«, den Sie mitproduziert haben, in neun Kategorien gewonnen. Der Film über das Münchner Attentat auf die israelische Olympia-Delegation 1972 war vielleicht kein Blockbuster, aber ein riesiger künstlerischer Erfolg. War dieser Film ein Herzensprojekt von Ihnen?

Das ist das, was ich meinte: Ohne kommerzielle Erfolge könnten Filme wie September 5 nicht gemacht werden. Anfangs sagten viele Leute, dass dieses Projekt eigentlich unrealisierbar sei. In seiner ursprünglichen Konzeption war der Film viel zu aufwendig. Ich bin stolz darauf, dass ich das als Executive Producer mit ermöglicht habe. Manchmal klappt halt alles. Aber das ist nicht berechenbar. Ich sage immer: Wir machen keine Mikrochips. Wir arbeiten mit Menschen zusammen. Es gibt Filme, die speziell darauf konzipiert sind, in der breiten Masse Erfolg zu haben. Und dann gibt es auch Filme, die anderweitig erfolgreich sein müssen. Im besten aller Fälle klappt beides.

Womit ist Ihnen das gelungen?

Der erste Fack ju Göhte war so ein Film, wo alles zusammenkam: Er war erwas Neues, hatte viel Energie, er traf den Zeitgeist. Und er hat Karrieren in die Höhe katapultiert: die von Elias M'Barek zum Beispiel oder Jella Haase. Und narürlich die des Autors und Regisseurs Bora Dagtekin. Das war einer von den Filmen, wo ich sage: Wow, da bin ich auch wirklich stolz drauf. Aber es gibt noch andere Filme, an denen ich beteiligt war, die nah an das herankommen, was man sich erträumt. Welche?

Das Geisterhaus zum Beispiel, die Verfilmung von Isabel Allendes Bestseller. Das war ein großes internationales Projekt, bei dem alles funktionierte. Die Arbeit mit dem Regisseur Bille August war großartig, er hat diese skandinavische Bescheidenheit trotz seines großen Erfolgs, er war damals der einzige Regisseur, der sowohl die Goldene Palme auf dem Cannes-Filmfestival gewonnen hatte als auch einen Oscar, Alle wollten mit ihm arbeiten. Es passiert schr selten im Produzentenleben, dass man die Möglichkeit hat, mit den großen Schauspielern und Stars zu arbeiten. Das waren damals Glenn Close, Meryl Streep, Jeremy Irons, Antonio Banderas, Winona Ryder, Armin Mueller-Stahl. Es war irre, dass alle mitgemacht haben. Wir hätten die normalerweise ja niemals bezahlen können. Wir haben uns da so ein sozialistisches Modell ausgedacht, dass alle das Gleiche kriegen, und das hat sehr gut funktioniert. Es gibt da noch eine Geschichte, aber ich weiß nicht, ob die jetzt den Rahmen sprengt... Erzählen Sie!

Wir haben in Portugal gedreht, 100 Kilometer südlich von Lissabon, mitten in der Pampa. Dort kamen dann all die Weltstars an. Damals, 1993, gab es noch keine Mobiltelefone, nur so riesige Dinger, die man im Auto transportiert hat. Es gab eine Telefonleitung in das Dorf rein und eine raus. Wir hatten auch keine Möglichkeit, uns in einem Kino die Muster vom ersten Drehtag anzusehen. Daher haben wir eine Art Freiluftkino veranstaltet und das Filmmaterial am Marktplatz auf die Kirchenwand projiziert.

Ein kurioses Bild, die Hollywoodstars auf dem Dorfplatz in der Pampa.

So was waren die natürlich nicht gewohnt. Wir haben ihnen vorher erklärt, dass der Projektor uralt ist und alles nicht so ist, wie es sein soll. Da saßen wir also, und dann war das Bild eben ein bisschen unscharf, weil der Projektor einen Riss in der Linse hatte. Alles wirkte sehr soft. Am Ende sind die Schauspieler alle schweigend aufgestanden, gingen zu ihren Limousinen und fuhren weg. Ohne ein Wort zu sagen. Ich sah Bernd Eichinger an und sagte: »Es wird jetzt eine Stunde dauern, bis die mit dieser einen Leitung nach Los Angeles telefoniert haben, und dann wird es noch mal eine Stunde dauern, bis die Agenten und Anwälte alle bei uns anrufen. Und dann wird die Hölle losbrechen.« Und so war es dann auch.

Und wie sah das aus, als die Hölle losbrach?

Die Telefonverbindung für diese Gegend in Portugal ist zeitweise zusammengebrochen. Die Agenten sind völlig wahnsinnig geworden: »Was macht ihr da? Unsere besten Schauspieler werden hier verheizt!« Die amerikanischen Agenturen sind ja unglaublich mächtig. Wir mussten nach nur vier Drehtagen abbrechen, weil die Schauspieler sagten: Wir bleiben hier keine Stunde mehr. Es kam auch der Vorwurf, dass wir alle unsere Arbeit nicht beherrschten. Wir haben also gesagt: »Okay, wir fahren nach Lissabon und mieten ein Kino, um die Muster anzusehen.« Wir besorgten einen Helikopter, damit alle hinfliegen konnten. Im Kino waren die Bilder dann grandios und scharf. Danach fielen die Stars dem Regisseur und dem Kameramann um den Hals: »Großartig! So schön, dass wir bei diesem Film dabei sein dürfen.« Von Bernd Eichinger, einem der wichtigsten deutschen Produzenten, der 2011 verstorben ist und Ihr Vorgänger bei der Constantin war, weiß man, dass er vor schwierigen Treffen mit Agenten oder Filmstudios Betablocker genommen hat, weil er sich so aufgeregt hat. Sie auch?

Bei mir war das nicht so. Klar, dass Bernd Betablocker nahm, er hatte Herzprobleme und ist daran leider viel zu früh gestorben. Aber, ja, er hat sich bei diesen Meetings immer wahnsinnig aufgeregt. Ich war da eher der Ruhigere. Ich habe aber auch ein ruhigeres Leben geführt. Bernd, das darf man, glaube ich, so sagen, hat schon die Kerze von beiden Enden brennen lassen, in jeder Beziehung. Er war jemand, der hochemotional war in dem, was er gemacht hat, der sich auch mit allem, was er hatte, in jedes seiner Projekte geworfen hat.

Der Film »September 5« hat Sie auch persönlich betroffen. Sie sagten einmal, dass Sie das Olympia-Attentat mit Ihren damals 14 Jahren sehr intensiv erlebt haben.

Vor den Spielen gab es eine Veranstaltung in München mit der israelischen Olympia-Delegation. Meine Mutter war dort eingeladen. Und einige aus dem Umfeld der Delegation waren bei uns zu Hause zu Besuch. Der beste Freund des damaligen Innenministers Hans-Dietrich Genscher war unser Nachbar. Und natürlich haben wir während des Anschlags Tag und Nacht am Fernseher und am Radio gesessen. Das Olympia-Attentat war ein Trauma. Wie hat Ihr Vater das aufgenommen?

Die Reaktion in unserer Familie war Entsetzen. Obwohl es nach dem Sechstagekrieg offene Aggression bis hin zu Terroranschlägen gegen Juden und jüdische Einrichtungen gegeben hat — dieser Anschlag und die gescheiterte Befreiung hatte eine neue Dimension. Die Hoffnung war, dass die deutschen Behörden das Angebot der Israelis annehmen würden, die Befreiung durchzuführen. Leider kam es anders.

Hat Ihr Vater Ihnen erzählt, wie er Auschwitz überlebt hat?

Ja. Er ist erst sehr spät nach Auschwitz gekommen, Mitte 1943. Mehr als zwei Jahre dort hat eigentlich keiner überlebt. Und er war noch sehr jung, 17. Als sie an der Rampe gefragt haben: »Wer ist Handwerker?«, hat er gesagt: »Ich bin Tischler.« Und dann ist er in eine Arbeitsgruppe gekommen und nicht in die Gaskammer. Sie haben das einmal »Hochstapelei« genannt — die hat ihn vor der Gaskammer gerettet.

Ja, und ich glaube, dass das für ihn eine Überlebensstrategie war. Er hat auch über die schrecklichsten Sachen geredet. Eine Zeit lang war er in einer Gruppe, die die Familien bergen musste, die sich selbst am elektrischen Stacheldrahtzaun umgebracht hatten. Die Familien haben gemeinsam den Zaun angefasst und sind dann durch den Stromschlag getötet worden.

In einem Dokumentarfilm über Ihren Vater heißt es, dass einmal eine Frau zu Besuch kam, die lila gekleidet war, und er hat gesagt, das könne er nicht sehen.

Ja, die Farbe Lila ertrug er nicht. Die Farbe war für ihn dramatisch, weil die Toren vom elektrischen Zaun alle lila waren. Gleichzeitig hat er auch diese eskapistischen Gedankenspiele gemacht, da haben er und seine Mithäftlinge sich auf den Rücken gelegt und in die Luft geschaut. Wenn sie in den Himmel geblickt haben, sahen sie keinen Stacheldraht. Es gab auch ganz berühmte Leute in diesem Teil des Lagers, wo er war. Der Schriftsteller Elie Wiesel zum Beispiel. Viele haben uns dann später zu Hause besucht. Über Jahre kamen immer wieder Menschen, die mein Vater aus dem Lager kannte.

Wie muss man sich Familientreffen bei Ihnen als Kind vorstellen?

Mein Großvater mütterlicherseits harte ein Weingut an der österreichisch-jugoslawischen Grenze. Dort ist meine Mutter groß geworden, und mein Vater liebte diese Gegend. Es ist auch sehr schön dort, ein bisschen wie in der Toskana. Wir sind da immer wieder gewesen, und manchmal war auch der Großvater da. Es gab dort ein Gästebuch, da standen so Sachen drin: »War gern hier. Hermann Göring.« Natürlich war das für meinen Vater problematisch. Doch mein Vater und wahrscheinlich auch mein Großvater haben sich zurückgehalten bei Diskussionen über die Nazizeit und die Ideologie. Meine Mutter war da anders, die ist immer mit dem Kopf durch die Wand gegangen und hat sofort die Konfrontation gesucht. Und auch ich habe mit meinem Großvater gestritten.

Worüber genau?

Es ging fast immer um das Thema Nationalsozialismus und Faschismus. Ich habe sehr früh angefangen, mich mit Antisemitismus zu beschäftigen. Und schon in den Siebzigerjahren gab es in Deutschland einen starken Antisemitismus, den ich auch gespürt habe. Für meinen Großvater war Krieg was Großartiges. Der hatte sich als Erster zum Militär gemeldet und hat dann Angriffe mit Sturzkampfbombern in Griechenland und in Jugoslawien geflogen. Für ihn war Krieg etwas Reinigendes. Etwas, das man machen musste — der große Krieg der westlichen Zivilisation gegen die anstürmenden Kommunisten und Russen.

Haben Sie ihn auch einmal konkret nach dem Holocaust gefragt?

Ja, wir haben darüber gesprochen, aber er hat das immer abgeblockt: »Das ist alles ganz furchtbar. Aber im Krieg passieren furchtbare Dinge.« Er hat es nicht geleugnet. Er hat oft gesagt, er habe am Anfang nichts von der Judenvernichtung gewusst. Das glaube ich allerdings nicht. Ich glaube nicht, dass man das als hoher NSDAP-Funktionär nicht wusste. Er war aber nicht selbst involviert in Deportationen, soweit ich weiß.

Ihr Großvater war in Graz auch für die Arisierung von jüdischem Eigentum zuständig, wie Historiker recherchierten. Das heißt, er wusste, dass die Juden deportiert wurden.

Ja, aber er sagte, er habe nicht gewusst, dass es eine Massenvernichtung gab. Ich habe ihm das nicht abgenommen. Ich glaube, das ist wirklich eine Lüge, die sich viele Menschen nach dem Krieg zurechtgelegt haben, weil sie mit dieser Schuld nicht wirklich umgehen konnten.

Und wie hat sich das dann bei Familientreffen geäußert?

Es gab nicht viele. Man kann sie über die 30 Jahre wahrscheinlich an zwei Händen abzählen. Bei diesen Treffen wurde über die Vergangenheit nicht gesprochen. Mein Vater wollte das auch nicht. Er sagte, er könne damit umgehen, dass er in dem Weingut an einem Platz ist, wo augenscheinlich viele Nazigrößen zu Besuch waren, und er könne auch damit umgehen, dass mein Großvater Armin zwar nicht im Haus, aber in einem Nebenhaus war. Manchmal war mein Großvater auch in München bei uns und hat in unserem Haus übernachtet. Es war sowieso ein Haus, in dem ständig irgendwelche Leute waren.

An einer Geschichte wie der Ihres Vaters könnte man auch zerbrechen. Was gab ihm Halt?

Ich habe das als Kind alles leichter genommen, weil dieser Nukleus der Familie so schützend war. Meine Mutter pflegte dieses unglaubliche, fast balkanische Sozialleben. Sie führte einen wilden Haushalt. Ich meine, es waren immer 10, 15 Leute da. Wir hatten Gäste aus der ganzen Welt, wie Leonard Cohen. Die Sängerin Esther Ofarim hat viele Jahre bei uns gelebt, sie war wie meine Schwester. Es wurde deutsch, englisch, spanisch und hebräisch gesprochen. Mein Vater war natürlich, wie jeder, der im Lager war, massiv traumatisiert, wie auch jeder, der im Krieg war, wahrscheinlich traumatisiert ist. Er war ein sehr zurückgezogener Mensch. Sein Lebensentwurf war ein völlig anderer als der meiner Mutter. Er mochte die vielen Menschen eigentlich nicht und dass bei uns ständig so viel los war.

Wie hat das denn dann funktioniert?

Mein Vater harte ein Arbeitszimmer. Dort hat er sich an seinen Schreibtisch gesetzt und die Tür zugemacht. Ich war ihm da ähnlich. Ich bin auch in mein Zimmer gegangen und habe die Türe geschlossen. Mein Vater hat sich sehr auf seine Arbeit konzentriert, und er war auch viel unterwegs als Regisseur. Meine Mutter war im Prinzip wie eine Therapeutin für ihn, sie hat sich ihr ganzes Leben lang damit beschäftigt, wie man ihn durch dieses Leben bringen kann, ohne dass er daran zerbricht. Meine Mutter hat da sehr viel von ihm ferngehalten. Auch später, als es losging, dass er oder Esther Ofarim Hasspost bekam, waschkörbeweise Briefe. Da hat dann oft ein BKA-Mann bei uns gewohnt, er schlief bei uns im Haus. Er hat jedes Paket gecheckt, und wenn jemand geklingelt hat, ist er mit gezogenem Revolver zur Tür gegangen und hat geschaut, wer da kommt.

Ihr Vater wurde bedroht, weil er Jude war?

Es war ja nie ein Geheimnis, dass er Jude ist. Es gab ein paar im deutschen Unterhaltungsgeschäft: Hans Rosenthal, Michael Degen - alles Freunde von uns. Aber dann kam die Sache mit Bad Hersfeld: Mein Vater sollte da bei den Festspielen 1983 ein Theaterstück inszenieren. Als er mitbekam, dass gleichzeitig in Bad Hersfeld ein SS-Veteranentreffen stattfinden sollte, stellte er sich öffentlich dagegen und sagte seine Beteiligung ab. Er hat sich noch ein paarmal öffentlich gegen alte Nazis und gegen Ehrungen für sie engagiert, dann kamen diese Briefe, die meine Mutter rausfilterte.

Wie kam es eigentlich, dass Ihr Großvater mütterlicherseits als gesuchter Kriegsverbrecher 1958 nach Europa zurückkehren konnte?

Er ist begnadigt worden. Mein Großvater war Chemiker, in Argentinien hat er an einem Aufbauprogramm für Raketentechnik mitgearbeitet, das Präsident Perón damals eingeführt hatte, Und dann ist er nach Deutschland zurück, ich glaube, man suchte nach dem Krieg Leute, die Know-how hatten im Bereich der Raketentechnik. Er ging ans Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart. Mein Großvater war dann so was wie rehabilitiert, ein hoch angesehener Wissenschaftler, er hat das Institut viele Jahre lang geleitet, Später hat er sich zurückgezogen auf das Weingut in Österreich und war Rentner. Und wie gesagt, was meine Familie betrifft, das war eine völlig andere Welt, Wir waren eher ein Hippie-Haushalt,

Das muss eine bizarre Mischung gewesen sein: Es kamen ja auch Menschen zu Ihnen nach Hause, die Ihr Vater aus Auschwitz kannte...

... ja, es kamen die Hippies und die Holocaust-Überlebenden. Und unter denen gab es viele, die dieses Trauma nicht überwunden hatten. Sehr viele waren, ich würde sagen, »Drifter«, die im Leben nie mehr wieder irgendwo Fuß gefasst haben, die kein normales bürgerliches Leben mehr führen konnten. Und mein Vater hat sich immer sehr um sie gekümmert, Er selbst hat das, glaube ich, auch nur geschafft wegen meiner Mutter. Sie gab ihm so viel Sicherheit, dass er ein normales Leben führen konnte. Das war bestimmt außergewöhnlich,

Sie haben über Ihre Familiengeschichte lange nicht geredet. Was hat Sie dann später dazu veranlasst?

Ich glaube, es war mir lange gar nicht so wichtig. Ich habe in den Neunzigerjahren in Los Angeles gelebt und mich erst da sehr mit meiner jüdischen Herkunft auseinandergesetzt. Zu mir gehören beide Teile, die meine Eltern repräsentieren. Aber ich habe mich immer sehr viel stärker als viele andere in meiner Familie mit der jüdischen Religion identifiziert, Ich sage immer, ich bin ein Teil der jüdischen Schicksalsgemeinschaft. Bis vor Kurzem hat mich aber auch niemand nach meiner Geschichte gefragt, Vielleicht waren viele Themen, die jerzt akuter sind, damals mehr im Hintergrund.

Hat der 7. Oktober da etwas verändert?

Der 7. Oktober hat alles verändert. Eine grauenhafte Zeit. Ich habe weder vor, irgendwohin auszuwandern, noch habe ich Angst. Aber ich bin der zionistischen Idee sehr zugewandt. Ich glaube, dass es einen jüdisch-israelischen Staat geben muss, einen sicheren Rückzugsort für Juden. Und dieser Anschlag hat genau diese Sicherheit infrage gestellt, massiv. Deshalb ist es so schwer, heute über Israel zu reden, weil es ein so hochemotionales Thema ist. Es heißt oft, die Kulturszene habe zum 7. Oktober auffällig laut geschwiegen.

Haben Sie das auch so erlebt?

Ja, natürlich. Ich meine, gerade in unserer Branche, die ja ganz schnell dabei ist, wenn irgendwo auf der Welt ein Unrecht passiert, gibt es diese seltsame Art von Doppelmoral, wenn es um den 7. Oktober geht. Ich habe deutlich gespürt, dass es eine Aversion gab, Terrorismus und so eine grauenhafte Sache wie den 7. Oktober klar zu verurteilen, weil es immer die Opfer-Argumentation gibt: die Palästinenser, denen in Gaza ganz viel Unrecht passiert. Das stimmt ja auch. Und ich bin überhaupt kein Anhänger von Netanyahu. Aber trotzdem. Der Krieg, in Gaza, die humanitäre Katastrophe dort, die toten Zivilisten auf beiden Seiten - all das macht die Diskussion hierzulande noch schwieriger. Krieg ist immer furchtbar, er zerstört Leben auf allen Seiten. Für mich ist entscheidend: Solidarität mit Israel heißt nicht, jede Entscheidung einer israelischen Regierung zu unterstützen, sondern das Existenzrecht und die Sicherheit Israels anzuerkennen.

Wollen Ihre Kollegen nicht diskutieren, oder schweigen sie eher?

Es ist schwer. Eigentlich muss man das Thema ausblenden, wenn man befreundet bleiben will. Ich spüre das deutlich. Und meine Frau Doris übrigens auch. Sie kämpft gegen Ungerechtigkeit, aber auch gegen Antisemitismus, und zwar aus tiefster Überzeugung. Wir haben Freunde verloren darüber. Wenn mir jemand gegenübersitzt, der sagt: Israel braucht man eigentlich nicht, dann habe ich Probleme, noch eine gemeinsame Basis zu finden. Dann ist das Gespräch für mich eigentlich zu Ende,

Ein anderes Thema, das sehr polarisiert: Sie haben mit Menschen wie Roman Polariski und Harvey Weinstein zusammengearbeitet. Was würden Sie im Nachhinein sagen, war das richtig oder nicht?

Kunst und Moral haben wenig miteinander zu tun. Das muss man sich immer wieder sagen, finde ich. Es gibt keine moralischen Kriterien für Kunst. Sonst dürfte man Wagner nicht hören oder sich kein Caravaggio-Bild anschauen...

„.. der italienische Barockmaler, der auch ein Mörder war.

Ich habe in meiner Karriere mit vielen großartigen Menschen zusammengearbeitet, aber leider auch mit einigen schrecklichen, wo ich mir Vorwürfe mache, warum ich nicht früher den Mund aufgemacht habe. Ich habe zum Beispiel mit Harvey Weinstein in den Nullerjahren viel zusammen gemacht und auch davor. Es waren extrem unangenehme Verhandlungen, er war ein unangenehmer Gesprächs- und ein sehr schwieriger Geschäftspartner.

Wusste man damals von seinen sexuellen Übergriffen?

Ja, das ist ja das Problem. Man wusste es schon. Die ganze Branche wusste das. Ich meine, das waren widerliche Nummern. Alle in seiner Umgebung wussten das auch. Sie waren alle Teil des Systems. Und wir haben alle den Mund gehalten.

Ihre Frau ist eine Vorreiterin der Emanzipation in der Filmbranche. Was sagte die, wenn Sie mit ihr darüber sprachen?

Wir haben schon darüber gesprochen und auch darüber, wie ich mich dazu verhalten könnte. Klar, Doris würde natürlich sagen, man darf mit bestimmten Leuten nicht arbeiten. Das kann ich aber auch nicht immer allein entscheiden, ich war damals Angestellter. Und an Harvey ist in bestimmten Bereichen niemand vorbeigekommen in der amerikanischen Filmindustrie. Er war der maßgebliche Verleiher von ausländischen Produktionen. Aber man muss sich im Nachhinein fragen: Wie ehrlich gehen wir da auch miteinander um, dass man so etwas unter den Tisch kehrt und sagt, »das war widerlich — also, privat will ich mit dem kein Bier trinken gehen, aber ich mache mit ihm Geschäfte«. Das ist problematisch, das sehe ich auch so. Rückblickend betrachter habe ich da einen Fehler gemacht. Ich glaube, ich hätte mich klarer positionieren müssen. Man hätte mehr Zivilcourage zeigen und sagen müssen: Wenn du das machst, dann bist du eben nicht mehr mein Geschäftspartner!

In Deutschland gab es den Fall Dieter Wedel.

Ich habe nie mit ihm zusammengearbeitet und ihn auch nicht gut gekannt. Man hat sich Hallo gesagt, wenn man sich auf einer Veranstaltung traf. Aber ich habe über die Jahre viele Schauspieler und Schauspielerinnen getroffen, die mit ihm zusammengearbeitet und schlechte Erfahrungen gemacht haben. Sie dürfen nicht vergessen, heute ist das kaum noch vorstellbar, aber in den 1970er-, 1980er-Jahren gab es noch diesen Regiemythos vom genialen Filmemacher, der die Schauspieler bricht. Sie hatten in Ihrer Firma ein Compliance-Verfahren. Eine von der Constantin beauftragte Anwaltskanzlei bestätigte Vorwürfe gegen Til Schweiger: Er habe am Set zu »Manta Manta - Zwoter Teil« regelmäßig Alkohol getrunken und einen Mitarbeiter tätlich angegriffen. Ja, dazu ist aber wirklich alles gesagt worden, was man sagen kann.

Es ist kein Geheimnis, dass in der Filmbranche viel Alkohol getrunken wird. Ja, es wird viel getrunken und auch sonst viel konsumiert. In den 1980er-Jahren, bei Treffen in den großen US-Studios, wurde erst einmal eine Dose mit Koks auf den Tisch gestellt, bevor man gesprochen hat. Künstler sind kompliziert, und das ist vielleicht einer der wenigen wirklichen Vorteile, die ich in meinem Job habe, dass ich in einem Künstlerhaushalt aufgewachsen bin und daher sehr genau weiß, wie Künstler denken, wie verletzbar sie sind und was es bewirkt, wenn sie sich auf die eine oder andere Weise falsch behandelt fühlen.

Glauben Sie, man sollte Künstlern eine andere Rolle einräumen als anderen?

Ich glaube, dass sie eine besondere Bedeutung haben in unserer Welt. Man kann das nicht vergleichen mit jemandem, der vielleicht Abteilungsleiter in einem Supermarkt ist. Das sind beides wichtige Jobs, aber ich finde, dass Künstler eben einen besonderen Schutz brauchen. Und was ich als Produzent machen kann, ist eben, ihnen ihre Arbeit so gut es geht zu ermöglichen. Das klappt manchmal besser und manchmal schlechter, und manchmal wird es auch ausgenutzt.

Moral spielt in der Kunst heute eine größere Rolle als früher. Stört Sie das?

Ich arbeite derzeit an der Entwicklung von einem guten Dutzend Projekten, einige internationale und einige hier in Deutschland. Ich habe mich gerade in Berlin mit vielen jungen Autoren und Autorinnen für ein Projekt getroffen, und da kommt immer die Frage nach dem moralischen Wert der Arbeit. Das ist anscheinend ein Riesenthema, das Kreative umtreibt. Und ich sage immer: Moral und Kunst haben nichts miteinander zu tun. Wenn man versucht, moralische Kriterien an die Kunst anzulegen, ist das meistens ein Desaster. Ich verstehe, dass man eine Arbeit machen möchte, die etwas Gutes bewirkt und mit der man die Welt verändert und so weiter, aber das kann immer erst der zweite Schritt sein. Der erste Schritt ist ein guter Stoff.

Wäre die Geschichte Ihrer Familie »guter Stoff«, würden Sie die verfilmen?

Nein, um Gottes willen. Wir haben viele Anfragen gehabt, meine Schwester und ich. Aber das ist unsere private Familiengeschichte. Ich bin da viel zu nah dran.

Weitere Artikel

Weitere Artikel

Artikel in der SZ

Artikel in der SZ

Interview in THE SPOT

Interview in THE SPOT

Artikel in der FAZ

Artikel in der FAZ

Interview in der FAZ

Interview in der FAZ

Artikel in der NZZ

Artikel in der NZZ

Artikel im Spiegel

Artikel im Spiegel

Interview in der SZ

Interview in der SZ

Please: No project submissions on this Website and over Linkedin or any other social media platforms

TES TRANSCONTINENTAL

Mail / Phone / Fax

info@moszkowicz.film

Email copied!

+49 89 43780845

Mobile copied!

+49 (89) 954-399-989

Fax copied!

Our current time

BERLIN (GMT)

Transcontinental Entertainment Studios GmbH
Agnesstrasse 10
D-80798 München
Germany

Copyright © 2026

TES TRANSCONTINENTAL

Mail / Phone / Fax

info@moszkowicz.film

Email copied!

+49 89 43780845

Mobile copied!

+49 (89) 954-399-989

Fax copied!

Transcontinental Entertainment Studios GmbH
Agnesstrasse 10
D-80798 München
Germany

Copyright © 2026

TES TRANSCONTINENTAL

Mail / Phone / Fax

info@moszkowicz.film

Email copied!

+49 89 43780845

Mobile copied!

+49 (89) 954-399-989

Fax copied!

Transcontinental Entertainment Studios GmbH
Agnesstrasse 10
D-80798 München
Germany

Copyright © 2026